Adventskalendergeschichten

Drachengeschichten-Adventskalender

Drachengeschichten-Adventskalender

Drachengeschichten-Adventskalender

Die Autorin Patricia Koelle hat eine zauberhafte Sammlung von Drachengeschichten in Form eines Adventskalenders geschrieben. Die Helden sind Lisa, Lukas und der kleine Drache Fissinor.

Wie es sich für einen Adventskalender gehört, umfasst die Sammlung 24 kurze Geschichten und vom 1. Dezember an kann man jeden Tag ein Adventskalendertürchen öffnen und eine Geschichte lesen.

Für die Wartezeit bis man das 1. Türchen öffnen darf, gibt es eine zweiteilige Vorgeschichte, die jederzeit online zu lesen ist.

Sämtliche Drachen-Adventsgeschichten gibt es auch als eBook für Amazon Kindle

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Advent – Adventskalender – 24 Adventskalendergeschichten -Weihnachtsgeschichten – Weihnachtskurzgeschichten – Adventsgeschichten – Adventskurzgeschichten für Kinder und Erwachsene

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Weihnachtsgeschichten

Patricia Koelle: Engel vor dem FensterWeihnachtsgeschichten – Neuerscheinung 2011

Patricia Koelle
Engel vor dem Fenster
Weihnachtsgeschichten
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-13-5 (Buch)
ISBN 978-3-939937-69-2 (eBook epub-Format)

Es gibt Engel, die einem den letzten Nerv rauben. Violett blinkende elektrische Engel an Hauswänden, platinblonde Engel, die sich Streichkäse essend im Fernsehen räkeln und verkleidete Werbeengel, die einen auf der Straße verfolgen und sogar bedrohlich wirken können. Darum glaubt Julius nicht an Engel. Doch dann findet er unerwartet einen wirklichen vor seinem eigenen Fenster! Engel sind eben nicht immer so weiß wie die im Schaufenster. Ja, es gibt sogar sehr schmutzige Engel, wie Ferdi feststellt. Gelegentlich kann man sie, wie Oskar, sogar selbst machen, wenn man sie nötig braucht. Und auch ein Lausebengel, der Bonbons in Briefkästen schmeißt, kann sich als Engel erweisen. Dann gibt es da noch Emma, eine schüchterne aber sehr echte Art Weihnachtsengel, der sich sehnlichst einen Schneemann wünscht. Für manche Wunder dagegen braucht man überhaupt keine Engel. Denn in einem Lebkuchenhaus wohnen Geheimnisse mit besonderer Wirkung, und dasselbe gilt für Herrn Thiesbrummels Weihnachtsbaum. Wo und wie auch immer jemand auf der Suche nach seiner Weihnachtsstimmung ist, die Chancen stehen gut, dass er sie in diesen Geschichten findet.

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Sie

Weihnachten

Sie
© Alexandra Luff

 
Immer wenn es dunkel wird, sehe ich sie. Sie sitzt in ihrem alten grünen Ohrensessel und starrt vor sich hin. Ich weiß nicht, ob sie in den Fernseher schaut oder einfach nur gedankenverloren dasitzt. Sie sieht einsam aus. Alt und knochig wirkt sie. Ich habe noch nie Besuch bei ihr gesehen. Abend für Abend stehe ich am Fenster und blicke in das hell erleuchtete Wohnzimmer gegenüber. Untertags vergesse ich sie, arbeite, gehe meine Wege, aber abends muss ich sie sehen. Es ist nicht so, dass ich sie bespitzele, nein, es gibt ja nichts zu sehen, sie sitzt ja immer nur reglos in ihrem Sessel. Und doch zieht ihr Anblick mich magisch an. Ich muss nachsehen, ob sie noch da ist, und jedes Mal, wenn ich sie dort sehe, einsam und allein in ihrem Sessel, bin ich irgendwie beruhigt.

Ob sie den Schneefall letzte Nacht bemerkt hat? Sicher hat sie draußen Probleme beim Laufen. Es ist glatt und alte Leute rutschen leicht. Komisch, ich habe sie noch nie draußen gesehen, auch nicht im Sommer. Vielleicht hat sie jemanden, der für sie einkauft. Wie einsam sie aussieht.

Es ist so still. Ich gehe zu meiner Stereoanlage und drehe das Radio an. „Leise rieselt der Schnee …“, klingt es aus den Boxen. Als Kind haben wir das oft zusammen gesungen, meine Schwester Hanna, meine Mama, Oma und ich. Das ist lange her. Alles ist nun anders. Als ich meine Augen schließe, sehe ich wieder die Bilder vor mir. Wie sie Hanna und meine blutüberströmte Mutter aus dem Wrack ziehen. Und Oma, der wie durch ein Wunder nichts passiert ist. Es war auch Weihnachten. Zehn Jahre ist es her. Ich will nicht daran denken. Es macht mich so traurig.

Hier, vom Sofa aus, kann ich sie direkt sehen. Einsam und traurig sitzt sie in ihrem grünen Ohrensessel. Ich kann das nachvollziehen. Weihnachten ist immer am schwersten. Da wird einem bewusst, wie einsam man doch ist. Ich nehme mir ein Vanillekipferl. Irgendwie kriege ich sie nie so hin wie Oma damals. Sie hatte sie nur für mich gemacht, ihr selbst schmeckten sie gar nicht. Hanna mochte die Spitzbuben lieber. Ich weiß noch, wie ich im Alter von sieben Jahren am Weihnachtsabend aus Versehen gegen den Baum stieß. Dieser fiel um und sämtliche Weihnachtskugeln zerbarsten in tausend Stücke. Meine Mutter hat mich gehörig ausgeschimpft, aber Oma hat mich auf den Schoß genommen, meine Tränen abgewischt, mich umarmt und getröstet. Danach hat sie den Baum wieder aufgestellt und mit den Socken dekoriert, die wir von ihr bekommen hatten. Da musste sogar meine Mutter lachen. Wir haben ein lustiges Foto gemacht von diesem lustigen Sockenweihnachtsbaum und uns. Ich liebe dieses Bild. Es steht auf der kleinen Kommode in meinem Schlafzimmer. Ich erinnere mich gerne daran, aber gleichzeitig überkommt mich dabei jedes Mal ein wehmütiges Gefühl. Da war die Welt noch in Ordnung und Hanna und Mama noch nicht tot. Ich merke, wie meine Augen feucht werden. Nein, ich will nicht weinen.

Ich liebe diese Wohnung. Sie gibt mir ein bisschen Heimat. Wahrscheinlich liegt das auch an ihr. Sie strahlt Ruhe aus. Gerade an Weihnachten brauche ich sie. Meine Kollegen und Freunde feiern mit ihren Familien, nur ich bin allein. Nicht, dass ich etwas gegen diese Einsamkeit hätte, nein, das nicht. Ich habe sie mir ja selbst ausgesucht.

Draußen hat es wieder angefangen zu schneien. Große dicke Flocken tanzen sanft im schummrigen Licht der Straßenlaterne. Ein wunderschöner Anblick. Damals hatte es auch geschneit, bei der Beerdigung von Mama und Hanna. Es hatte geschneit, als ich Oma angeschrien hatte, dass ich sie nie mehr sehen wollte, dass sie aus meinem Leben verschwinden sollte, dass sie schuld war am Tod meiner Mutter und meiner Schwester, weil sie am Steuer gesessen hatte und sie unverletzt geblieben war. Ja, geschneit hatte es, als ich weggestürmt bin, als ich mir meine Einsamkeit wählte, damals vor zehn Jahren. Es tut immer noch weh. Ich habe damals die drei wichtigsten Menschen in meinem Leben verloren.

„Alle Jahre wieder …“, erklingt es aus dem Radio. Ja, alle Jahre wieder. Alle Jahre wieder sitze ich am Weihnachtsabend einsam auf meinem Sofa und beobachte sie, die wohl noch einsamer ist als ich. Ich frage mich, was sie denkt und ob sie sich auch so einsam fühlt.

Meine Oma hat mal gesagt, dass man sich immer streiten darf, aber an Weihnachten, da muss man sich wieder vertragen und sich vergeben. Sie hatte ja so recht, meine Oma. Aber es ist schwer. Schwer, über seinen eigenen Schatten zu springen und zuzugeben, dass man Fehler gemacht hat. Ich weiß, dass es irgendwann zu spät sein könnte. Ich habe meinen Weg selbst gewählt, jetzt muss ich damit leben. Muss ich das? Meine Mama hatte immer gesagt, dass ich meinen Starrsinn von meinem Opa geerbt hätte. Den habe ich allerdings nie kennengelernt, er starb noch vor meiner Geburt. Oma war da ganz anders, sie hatte mir immer alles sofort vergeben, sie war nie nachtragend. Ich bin so dumm! Oma würde mir doch vergeben, sie würde mich umarmen und alles wäre gut.

Wieder fällt mein Blick auf sie. Still und verlassen sitzt sie da, in ihrem grünen Sessel. Oma fühlt sich sicher sehr einsam. Ich muss es tun, ich bin es ihr schuldig, sie war früher immer für mich da und ich habe einen riesengroßen Fehler begangen. Ich werde zu ihr gehen und mich entschuldigen. Ich gehe in den Flur, schnüre meine Winterstiefel, schlüpfe in meine blaue Lieblingsjacke, binde mir meinen Schal um und gehe zur Tür. Aber – Was soll ich ihr denn nur sagen? Ob ich doch nicht … nein, das muss jetzt sein! Dreimal atme ich tief durch, dann öffne ich die Wohnungstür mit einem Ruck, laufe hinunter auf die Straße.

Hier wohnt sie. Langsam steige ich die Treppen hinauf. Es ist ein altes Haus. Im zweiten Stock ist ihre Wohnung, so wie meine. Ohne Aufzug. Ob sie die Treppen noch schafft? Dann stehe ich vor der Tür. Soll ich wirklich? Ja, heute ist Weihnachten! Ich drücke auf den Klingelknopf und lausche. Ich höre mein Herz laut schlagen. Es bleibt ruhig in der Wohnung. Ob sie das Klingeln nicht hört? Vielleicht ist sie schwerhörig. Ich warte noch ein bisschen, aber als sich noch immer nichts tut, drücke ich erneut auf den Klingelknopf. Nun rumpelt es leicht und ich höre leise schlurfende Schritte. Langsam öffnet sich die Tür und sie steht vor mir. Nun sehe ich sie aus der Nähe. Alt ist sie geworden, viele Falten sind hinzugekommen und die Haare sind schneeweiß. Sie ist auch kleiner geworden. Fragend sieht sie mich an, doch plötzlich reißt sie erstaunt ihre Augen auf und fängt an zu schluchzen: „Klara!“ Winzige Tränen kullern über ihre runzligen Wangen. Weinend umarme ich sie und flüstere: „Es tut mir so leid, es war ja nicht deine Schuld. Ich war so dumm. Bitte verzeih mir!“

Als sie sich etwas beruhigt hat, sagt sie mit brüchiger Stimme: „Ich habe dich so vermisst!“ Dann umarmt sie mich und wischt mir meine Tränen aus den Augen. Sie nimmt meine Hand und führt mich mit kleinen unsicheren Schritten in ihr Wohnzimmer. Sie bedeutet mir, auf dem Sofa Platz zu nehmen, während sie sich in den alten grünen Ohrensessel sinken lässt. Nun sehe ich, was sie die ganze Zeit angestarrt hat. Gegenüber von ihr steht kein Fernseher, nein, es ist ein Bild. Sie hat all die Abende das Foto mit dem Sockenweihnachtsbaum betrachtet.

„Willst du denn keine Plätzchen?“, reißt sie mich aus meinen Betrachtungen und deutet mit zittriger Hand auf die Schale auf dem Wohnzimmertisch. Vanillekipferl!

„Aber, Oma, du magst doch gar keine Vanillekipferl …“

Liebevoll lächelt sie mich an: „Ich hatte gehofft, dass du irgendwann kommst.“

Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit Zustimmung des Verlags.


Diese Geschichte findet sich in dem Buch
Weihnachten Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte

ISBN 978-3-939937-09-8 (Buch)
ISBN 978-3-939937-72-2 (eBook epub-Format)

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24 Adventsgeschichten

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Buchtipp / eBook-Tipp: 24 Adventskalendergeschichten zum Lesen und Vorlesen

Ein Buchtipp / eBook-Tipp für die Adventszeit.

Mit diesem Buch wird die Adventszeit zu einem besonderen Erlebnis. 24 Kurzgeschichten über Mädchen und Jungen, Eltern, Omas, Engel, den Nikolaus und andere weihnachtliche Gestalten, an denen nicht nur Kinder ihren Spaß haben werden, sondern auch die Erwachsenen, die diese heiteren Geschichten vorlesen.


Erhältlich als Buch, als eBook für Amazon Kindle und als eBook im epub-Format.


Inhalt


1. Dezember: Das erste Türchen
2. Dezember: Die kleine Schneefrau
3. Dezember: Der Sternenjunge, der nicht leuchten wollte
4. Dezember: Backen ist reine Glückssache
5. Dezember: Der Schlamassel mit der Laterne
6. Dezember: Nikoläuse gibt es nicht
7. Dezember: Die Zankäpfel
8. Dezember: Sternenfenster
9. Dezember: Der bitterböse Mond
10. Dezember: Der grimmige, grausliche Nussknackermann
11. Dezember: Mama hat einfach kein Händchen für Blumen!
12. Dezember: Die Kinder des Weihnachtsmannes
13. Dezember: Petrus und der Weihnachtsmann
14. Dezember: Der Weihnachtskreisel
15. Dezember: Der Junge, der dies und das vergaß
16. Dezember: Der freche Teddybär
17. Dezember: Kinderfragen, mit Zucker bestreut
18. Dezember: Gefährliche Dinger
19. Dezember: Der echte Weihnachtsmann
20. Dezember: Unfrohe Weihnachten
21. Dezember: Der neugierige junge Tannenbaum
22. Dezember: Eine verrückte Geschichte
23. Dezember: Der altmodische Dorfweihnachtsmann
24. Dezember: Der nutzlose Weihnachtsengel


Kinderkurzgeschichten zur Weihnachtszeit – Kindergeschichten für die Adventszeit – 24 Adventskalendergeschichten – 24 Adventsgeschichten – 24 Weihnachtsgeschichten – 24 Kindergeschichten – Geschichten vom 1. bis zum 24. Dezember – Für jedes Adventskalendertürchen eine Geschichte

Das Buch kann man
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Auch als eBook erhältlich
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Weihnachtsgeschichte Der altmodische Dorfweihnachtsmann

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Eva Markert: Der altmodische Dorfweihnachtsmann

Der altmodische Dorfweihnachtsmann
© Eva Markert

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen „Kaum zu glauben, wie schnell ein Jahr vergeht“, murmelte der Weltweihnachtsmann und strich sich über den langen weißen Bart, den er von Berufs wegen tragen musste. Dann schickte er eine SMS an die leitenden Weihnachtsmänner aller Länder, um ihnen mitzuteilen, was sie ohnehin schon wussten: „Es ist wieder so weit.“

Kurz danach erhielten die Dorf-, Stadt- und Großstadtweihnachtsmänner per E-Mail ihre Einsatzpläne. Sie nahmen Kontakt zu Eltern auf, ließen sich Wunschzettel mailen oder zufaxen, bestellten Geschenke über das Internet und ließen sie direkt an die richtigen Empfänger ausliefern.

In Winkelshausen gab es jedoch einen alten Dorfweihnachtsmann, der immer den Kopf schüttelte über seine Kollegen, die ohne Handy, Computer, Internet und Faxgerät nicht mehr auskommen konnten. Zwar war auch sein Büro mit einem Rechner ausgestattet, doch benutzte er ihn nie. „Ich brauche dieses neumodische Zeug nicht“, behauptete er. „Seit Jahrzehnten verteile ich meine Geschenke ohne Computer, und das werde ich auch weiterhin tun, bis ich in den Ruhestand gehe.“

Dem altmodischen Dorfweihnachtsmann machte seine Arbeit große Freude. Zuerst sammelte er persönlich die Wunschzettel der Kinder ein. Nachdem er alle Wünsche gewissenhaft notiert und in Karteikästen eingeordnet hatte, schrieb er auf seiner alten Schreibmaschine lange Bestelllisten. Die schickte er an verschiedene kleine Werkstätten, mit denen er seit vielen Jahren zusammenarbeitete. Nach und nach wurden die Geschenke geliefert und der Dorfweihnachtsmann verpackte sie eigenhändig in Weihnachtspapier und steckte die Päckchen nach Straßen sortiert in Säcke.

Winkelshausen war nur ein winziger Ort. Dennoch hatte der Dorfweihnachtsmann eine ganze Menge Arbeit. Am Tag vor Heiligabend war er immer noch damit beschäftigt, Geschenke einzuwickeln, Listen zu vervollständigen, Namen abzuhaken, Säcke zu füllen und auf seinen Schlitten zu laden. Erst kurz vor Mitternacht wurde er fertig.

Eilig machte er sich auf den Weg. Fast geräuschlos glitt sein Schlitten durch die verschneiten Straßen. Nirgendwo brannte noch Licht. Der Weihnachtsmann schlich sich in die Häuser auf der Fuchsgasse und im Hasenwinkel und legte Geschenke unter die Weihnachtsbäume und auf die Gabentische. Als Nächstes klapperte er den Reh- und den Hirschweg ab. Als er am Ende des Feldkothen ankam, tat ihm der Rücken weh. Aber auf seiner Liste standen noch die Wiesen- und die Waldstraße sowie der Marktplatz.

Seufzend griff er nach dem nächsten Sack – und bekam einen Riesenschreck. Zu drei Straßen musste er noch hin, aber auf seinem Schlitten lagen nur zwei Säcke! Da stimmte was nicht!

Trotz der Kälte standen dem alten Dorfweihnachtsmann sofort Schweißperlen auf der Stirn. Mit zitternden Händen öffnete er einen der beiden Säcke und fand darin die Geschenke für die Fuchsgasse und den Hasenwinkel. Dort war er doch zuallererst gewesen!

Während er noch darüber nachdachte, fiel ihm ein, dass auf dem Marktplatz gar keine Kinder wohnten. Verzweifelt stützte der Dorfweihnachtsmann den Kopf in die Hände, denn nun hatte er plötzlich einen Sack zu viel.



… die vollständige Geschichte gibt es in dem Buch / eBook
Weihnachten
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Dr. Ronald Henss Verlag
Als Buch, als eBook für Amazon Kindle und als eBook im epub-Format

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Weihnachtsgeschichte Sternenstaub

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Marlis David: Sternenstaub

Sternenstaub
© Marlis David

Weihnachten Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll, der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus. Diese Zeilen meines liebsten Weihnachtsgedichtes gingen mir durch den Kopf, als ich, vom Lichterglanz angezogen, den Weihnachtsmarkt betrat. Es roch nach Glühwein, Plätzchen, Vanille und Zimt. Der Weihnachtsschmuck glänzte, und die stimmungsvolle Musik sollte den Zauber der Weihnacht vermitteln.
„Alles nur Kommerz“, dachte ich, „alles nur Geschäftemacherei.“
Jeder Stand befand sich am gleichen Platz wie all die Jahre zuvor. Es gab nichts Neues zu bestaunen. Wo blieb das Weihnachtswunder? Der Stern, dem man folgen musste, um es zu finden?
Was war nur los mit mir dieses Jahr? Ich fühlte mich leer, ausgebrannt und freudlos.
Nachdenklich stand ich an einem Feuerkorb, um mir die kalten Hände zu wärmen, als eine Stimme neben mir fluchte: „Die glauben alle nur, was sie sehen, dabei gibt es Dinge zwischen Himmel und Erde, die man nicht erklären kann!“ Ein Mann rieb seine rot gefrorenen Hände und trat von einem Fuß auf den anderen. Mir fiel sofort seine zerschlissene, dünne Bekleidung auf.
„Ich hole mir einen Glühwein, soll ich Ihnen einen mitbringen?“, fragte ich.
Er nickte: „Wäre prima, bei der Kälte!“
Nach einer Weile kam ich mit zwei Gläsern Glühwein zurück. Er stand abseits in einer dunklen Nische, war kaum zu sehen.
„Haben Sie keinen warmen Mantel?“
Mit zittrigen Händen umfasste er das heiße Glühweinglas und schüttelte den Kopf.
Er hatte ein Brett über zwei Holzklötze gelegt. Darauf stand ein Pappschild, auf dem mit unbeholfenen Buchstaben geschrieben war: „Sternenstaub zu verkaufen – nur von Tarot Tartüff!“ Auf dem Brett lagen kleine, schwarze Lederbeutel. In der Mitte flackerte eine halb heruntergebrannte Kerze. In ihrem Schein sah ich traurige Augen; so unendlich traurige Augen hatte ich lange nicht gesehen.
„Tarot Tartüff, ist das Ihr Name?“
„Ja. Er bedeutet so viel wie spekulativer Heuchler, und so hat man mir von vornherein einen Stempel aufgedrückt, mich als Betrüger gebrandmarkt. Stellen Sie sich vor, ich habe noch nicht einen Lederbeutel verkauft, weil mir einfach keiner glaubt.“
„Aber Herr Tartüff, das müssen Sie doch verstehen! Woher wollen Sie den Sternenstaub denn haben?“
„Sie irren, mein Herr, Tarot Tartüff war persönlich da oben“, er sah mit einem verklärten Blick zu den Sternen hinauf. „Dort gibt es wunderschöne, engelgleiche Wesen, die für mich den Staub der Sterne gesammelt haben. Gemeinsam füllten wir ihn in diese Lederbeutelchen und brachten ihn zur Erde. Alles können die Menschen sich kaufen, aber diesen goldenen Sternenstaub bekommen sie nur bei mir – und nur heute!“
Er öffnete einen Beutel, nahm einen kleinen, dünnen Metallstab, stieß einen zischenden Laut aus und ließ den Stab durch die Luft kreisen. „Haben Sie die funkelnden Sternstaubkristalle gesehen, mein Herr? Nun können Sie sich etwas wünschen, es wird in Erfüllung gehen!“



… die vollständige Geschichte gibt es in dem Buch / eBook


Weihnachten
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-09-8 (Buch)
ISBN 978-3-939937-72-2 (eBook epub-Format)

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Weihnachtsgeschichte Der bitterböse Mond

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Eva Markert: Der bitterböse Mond

Der bitterböse Mond
© Eva Markert

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen In der Adventszeit war Pias Zimmer immer schön weihnachtlich geschmückt. Am meisten liebte sie den Halbmond aus gelbem Plüsch, der über ihrem Bett hing. In der Sichel saß ein kleiner Weihnachtsmann.

Ihren Adventskalender fand sie dieses Jahr besonders toll. Darauf war ein Schlitten abgebildet, hoch beladen mit Geschenken. Reichlich Silberstaub ließ die bunten Päckchen und den Schnee wunderbar glitzern.

Eines Abends öffnete Pia vor dem Zubettgehen ein Türchen und zum Vorschein kam ein Bild vom Mond. Darauf hatte er eine lange Nase, rote Bäckchen, Kulleraugen, einen lachenden Mund und er trug eine blaue Zipfelmütze mit weißen Punkten.

Pia kuschelte sich in ihr Bett. Eigentlich war sie müde, aber sie konnte trotzdem nicht einschlafen. Vielleicht lag es an der Helligkeit im Raum. Den Plüschmond über ihrem Bett konnte sie genau erkennen.

Sie stand auf und ging zum Fenster. Als sie die Vorhänge ein Stückchen beiseite schob, schien der Vollmond geradewegs in ihr Zimmer.

„Hallo, Mond!“, begrüßte sie ihn.

Der Mond antwortete nicht, sondern schob sich eine Wolke vor das Gesicht.

„Hallo, Mond!“, versuchte Pia es noch einmal. „Ich habe eben ein schönes Bild von dir in meinem Adventskalender gefunden. Darauf lachst du und hast eine lange Nase und eine Zipfelmütze.“

Da guckte der Mond hinter der Wolke hervor. „So ein Unsinn!“, brummte er. „Schau mich doch an! Siehst du eine lange Nase? Habe ich mir eine Zipfelmütze aufgestülpt?“

„Nein“, sagte Pia. „Und außerdem bist du gar nicht freundlich wie auf dem Bild.“

„Freundlich? Fuchsteufelswild könnte ich werden, wenn ich solch einen Quatsch höre!“

„Du meinst das mit der langen Nase und der Zipfelmütze?“

„Genau das meine ich. Warum sehe ich in allen Adventskalendern so albern aus?“, tobte der Mond. „Wieso muss ich auf den Bildern grinsen wie ein Honigkuchenpferd?“

„Verschwindest du deshalb ab und zu vom Himmel, weil du dich so sehr ärgerst?“, fragte Pia.

Der Mond seufzte. „Nun sag bloß, du hast noch nie was von Neumond gehört.“

Pia schüttelte den Kopf.

„Da sieht man es mal wieder. Euch Kindern bringt man nichts Vernünftiges über mich bei“, zeterte der Mond. „Ich bin immer da. Alle vier Wochen, wenn Neumond ist, stehe ich zwischen Sonne und Erde. Dann ist mein Gesicht der Erde zugewandt, sodass es im Schatten liegt und du mich nicht sehen kannst. Aber die Sonne scheint ständig auf mich. Nur deshalb leuchte ich nämlich. Und glaube mir: Dabei gerate ich ganz schön ins Schwitzen!“

„Der arme Mann!“, sagte Pia. „Dem muss es ja auch fürchterlich heiß werden!“

„Welcher Mann?“

„Der Mann im Mond natürlich.“

Der Mond schnaufte verächtlich. „Wie kommt ihr Menschen nur auf solch einen blühenden Blödsinn?“



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Weihnachten
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

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Weihnachtsgeschichte Die kleine Schneefrau

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Eva Markert: Die kleine Schneefrau

Die kleine Schneefrau
© Eva Markert

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen Jeden Winter wartete Marcel sehnsüchtig auf Schnee. Leider lebte er im Rheinland, wo es nur selten richtig kalt wird. Und wenn dort mal Schnee fällt, taut er meistens schnell wieder weg.
Eines Nachmittags im Dezember schallte plötzlich Marcels Freudengeschrei durchs Haus: „Es schneit, es schneit!“ Erst taumelten ein paar, und dann immer mehr dicke, nasse Flocken aus bleigrauen Wolken herab. Gegen Abend kam Wind auf und das Schneetreiben wurde stärker.
Am nächsten Morgen hatte es zwar aufgehört zu schneien, doch draußen war alles weiß.
Ohne Frühstück rannte Marcel in den Garten und blieb wie angewurzelt stehen. Das durfte nicht wahr sein! Olaf von nebenan war auch schon draußen. Marcel konnte den Kerl nicht ausstehen, und das beruhte auf Gegenseitigkeit.
„Na, willst du etwa auch einen Schneemann bauen?“, rief Olaf ihm zu und grinste übers ganze Gesicht.
Marcel gab keine Antwort. Er hatte noch nie einen Schneemann gebaut und wusste gar nicht, wie man das anstellt. Heimlich schielte er zu Olaf hin. Der wälzte gerade eine dicke Kugel durch den Schnee. Dann wuchtete er sie auf eine andere, noch größere. Es schien anstrengend zu sein, denn Olaf hatte einen hochroten Kopf und keuchte. Marcel kamen Bedenken, ob er es schaffen würde, einen Schneemann zu bauen, denn er war kleiner als Olaf und lange nicht so stark.
Plötzlich hatte er eine Idee. Sofort machte er sich an die Arbeit.
Olafs Schneemann war schon fast fertig. Beim Kopf musste ihm der Vater helfen. Seine Mutter brachte einen alten Hut und einen Schal, und für das Gesicht nahm er zwei Kieselsteine und eine Möhre. Insgeheim musste Marcel zugeben, dass der Schneemann wirklich eine Wucht war.
Olaf stellte sich an den Gartenzaun. „Was soll denn das werden?“, fragte er und lachte laut. „Ein Schneemann oder ein Schneemännchen?“
„Weder – noch“, antwortete Marcel. „Ich mache eine Schneefrau.“



… die vollständige Geschichte gibt es in dem Buch / eBook
Weihnachten
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

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Weihnachtsgeschichte Der stille Herr Jakob

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Sabine Ludwigs: Der stille Herr Jakob

Der stille Herr Jakob
© Sabine Ludwigs

Weihnachtsgeschichten Band 2 Am ersten Ferientag wachte Lilly sehr spät auf. Sie gähnte, kletterte aus dem Bett und lief zum Fenster. Mit einem Knall ließ sie das Rollo hochsausen.

Grauweiße Wolken hingen über der Stadt und mit einem Male tanzte eine dicke Schneeflocke vom Himmel, danach eine zweite, und schon war es ein fedriges Gewimmel.

„Hurra!“, schrie Lilly. „Es schneit!“

Unten auf der Straße ging der stille Herr Jakob vorbei, und den mochte Lilly gern.

Jeder im Ort kannte den stillen Herrn Jakob, der in einer Gartenlaube am Ende der Straße wohnte. Er war ein schmächtiger Mann mit braunen Locken, der sehr leise und nur selten sprach. Er trug stets eine gelbe Kappe und besaß eine kleine, silberne Flöte.

Mit dieser Flöte verdiente der stille Herr Jakob sein Geld, denn er war Straßenmusikant – mehr noch, er war der beste Straßenmusikant der Welt, fand Lilly. Wenn er flötete, legte er die gelbe Kappe vor seine Füße, damit die Leute ihm ein paar Münzen hineinwarfen.

Lilly ließ ihn nicht aus den Augen. Obwohl er ganz allein durch den Schnee spazierte, schaute er immer wieder zur Seite, als würde jemand neben ihm hergehen. Manchmal nickte er oder bewegte die Lippen, ganz so, als würde er sich unterhalten.

Lilly wusste, das passierte öfter. Deshalb lachten die Leute über den stillen Herrn Jakob, tippten sich an die Stirn und sagten: „Der spinnt! Er behauptet, dass er mit Engeln spricht!“

Plötzlich blieb er stehen und guckte zu Lilly hinauf. Sie winkte und er lächelte. Dann ging er weiter.

Von weitem leuchtete seine gelbe Kappe wie ein Stern.

Am Nachmittag bummelte Lilly mit ihrer Mutter über den Weihnachtsmarkt.

Ein süßer Duft von Bratäpfeln, Zimt und Vanille zog durch die Gassen, dass einem das Wasser im Mund zusammenlief. Weihnachtslieder, Stimmen und Gelächter waren zu hören, ein Kinderkarussell mit Holzpferdchen drehte sich, doch am schönsten fand Lilly den riesigen Tannenbaum mit den brennenden Lichtern inmitten der geschmückten Holzbuden. Hier konnte man Tee kaufen, Süßigkeiten, Spielzeug, Bratwürste oder Weihnachtsschmuck.

Lillys Mutter blieb an einem Kerzenstand stehen, und da entdeckte Lilly ihn: Zwischen den Buden, in einem ruhigen Winkel, spielte der stille Herr Jakob auf seiner kleinen Flöte.

Die Passanten gingen wie Blinde an ihm vorbei. Keine Menschenseele hörte zu, niemand – außer Lilly.

Die Melodie, die aus der Silberflöte stieg, wisperte und raunte geheimnisvoll. Es klang beinahe, als wäre es Geflüster, wie kaum hörbare Worte, die eine Geschichte erzählten, so leise, dass Lilly zu ihm hinging, um besser zu verstehen.

Aus der Nähe sah der stille Herr Jakob noch kleiner und magerer aus. Schneeflocken schmolzen in seinen Haaren. Sein Mantel war schäbig und die gelbe Kappe vor seinen Füßen leer.

Lilly kramte in ihrer Jackentasche und warf die letzte Münze ihres Taschengeldes hinein.

Sie lauschte dem Getuschel der Musik, als sich etwas veränderte. Lilly kniff die Augen zu und riss sie wieder auf: „Aber … das ist unmöglich“, dachte sie. „Ein Lied, das man sehen kann!“

Doch genau so war es – Lilly hörte und sah die Musik: Die Töne waren aus himmelblauem Licht, goldene Pünktchen schwirrten wie Feuerfunken umher. Die Schneeflocken um den stillen Herrn Jakob verschmolzen mit den Klängen, wurden bunt und setzten sich wie Mosaiksteichen zu Bildern zusammen.



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Weihnachten
Weihnachtsgeschichten
Band 2

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-03-6 (Buch)
ISBN 978-3-939937-68-5 (eBook epub-Format)

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Und noch etwas ganz Besonderes: Diese Geschichte findet sich auch auf der Weihnachtshörbuch-CD „Berliner Prominente lesen ihre Lieblingsweihnachtsgeschichten“. Dort wird „Der stille Herr Jakob“ gelesen von der Schauspielerin Anita Kupsch.
Und das Allerbeste: Wer irgendein Buch direkt beim Verlag bestellt, erhält diese Hörbuch-CD kostenlos dazu (bei der Bestellung unbedingt den Vermerk „plus Weihnachts-CD“ hinzufügen).

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Berliner Prominente lesen Weihnachtsgeschichten

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Weihnachtsgeschichte Eine verrückte Geschichte

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Eva Markert: Eine verrückte Geschichte

Eine verrückte Geschichte
© Eva Markert

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen In der Nacht vor dem Heiligen Abend träumte Nils gerade von viel Schnee und einem riesigen Schlitten, als er am Fenster leises Klopfen hörte. „Das gehört zu meinem Traum“, dachte er und drehte sich auf die andere Seite.
Doch das Pochen hörte nicht auf. Schließlich warf Nils die Decke zurück und ging zum Fenster. Es war nicht vollständig dunkel, denn vor dem Haus stand eine Laterne. Außerdem schneite es heftig und der Schnee verbreitete eine eigenartige Helligkeit.
Auf dem Fensterbrett hockte ein Junge mit nackten Füßen, der nichts weiter anhatte als ein weißes Hemd.
Nils erschrak. Es war doch viel zu kalt, um ohne Mütze, Schal und Mantel und vor allem barfuß draußen zu sein! Und wie war der Junge zum fünften Stock hinaufgekommen?
Da sah Nils zwei weiß gefiederte Flügel, die schlaff herunterhingen.
Schnell öffnete er das Fenster. Mit einem Schwall eisiger Luft kam der Junge herein und landete direkt vor ihm auf dem Teppich. „Kalt!“, sagte er und klopfte sich die Schneeflocken ab.
„Wer bist du?“, fragte Nils. „Woher kommst du? Was willst du? Und warum hast du auf meinem Fensterbrett gesessen?“
„Langsam, langsam“, antwortete der Junge. „Also: Ich bin Sammael, vom Himmel hoch, da komm ich her, ich will nichts und ich saß auf deinem Fensterbrett, weil ich mich verirrt habe.“
Nils starrte ihn an. „Willst du etwa behaupten, du bist ein Engel?“
Sammael stellte sich auf die Zehenspitzen, stieß sich ab und flog zwei Runden durchs Zimmer. „Was sagst du nun? Oder glaubst du, ich wäre ein Vogel?“
„Nein, nein“, stammelte Nils.
Der Engel ließ sich im Schneidersitz auf dem Boden nieder. „Was soll ich jetzt bloß machen?“ Er schniefte und wischte sich die Nase am Ärmel ab. „Heute durfte ich zum ersten Mal auf dem großen Schlitten mitfahren. Zusammen mit dem Christkind und anderen Weihnachtsengeln habe ich Geschenke in die Häuser getragen. Plötzlich fing es an zu schneien. Das war herrlich! Ich bin hochgeflogen bis hinauf zu den Schneewolken und habe mit den Flocken getanzt. Auf einmal war der Schlitten fort.“ Er schniefte wieder.
„Flieg doch einfach zurück zum Himmel!“
„Allein finde ich die Himmelspforte nicht.“
„Oder dreh eine Runde über der Stadt. Vielleicht entdeckst du Schlittenspuren.“
„Die Spuren sind doch im Nu zugeschneit! Außerdem habe ich schon so lange gesucht. Ich kann nicht mehr.“ Sammael legte sich platt auf den Boden und starrte zur Decke.
Da hatte Nils eine Idee. „Ich bin gleich wieder da!“ Auf bloßen Füßen schlich er die Treppe hinunter ins dunkle Wohnzimmer. Der Weihnachtsbaum stand in einer Ecke, aber von Geschenken war nichts zu sehen.
Eilig kehrte er zu Sammael zurück. „Unter dem Tannenbaum liegen keine Päckchen.“
„Oh! Das tut mir Leid für dich.“
„Wieso? Das ist doch ein Glück!“
„Ein Glück? Ich verstehe nur Bahnhof.“
„Sammael! Denk doch mal nach!“
Da ging dem Engel ein Licht auf. „Du meinst …“
„Genau das meine ich.“



… die vollständige Geschichte gibt es in dem Buch / eBook


Weihnachten
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Dr. Ronald Henss Verla

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Weihnachtsgeschichte Die Wunschfee

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Nessi Dominkus: Die Wunschfee

Die Wunschfee
© Nessi Dominkus

Weihnachtsgeschichten Wie jedes Jahr in der Adventszeit herrschte große Aufregung unter den Kindern im Heim. Heute war der Tag, an dem einige von ihnen abgeholt wurden, um das Weihnachtsfest bei einer Gastfamilie zu verbringen.
Anja stand an der Treppe und sah zu, wie ein Kind nach dem anderen fröhlich das Haus verließ und mit den Gasteltern davonfuhr. Sie war wieder nicht dabei. Unendlich traurig ging sie in ihr Zimmer. Sie kauerte sich in eine Ecke und ließ ihren Tränen freien Lauf.
Plötzlich erstrahlte der Raum in einem herrlichen Licht. Anja rieb sich verwundert die Augen. So ein strahlendes Licht hatte sie noch nie zuvor gesehen. Aus der Helligkeit erschien eine anmutige Gestalt. Sie trug ein in zarten Pastellfarben glänzendes Kleid. Ihr freundliches Gesicht war von langem, blond gelocktem Haar umrahmt. Um die Stirn trug sie einen funkelnden Reif, der in der Mitte mit einem goldenen Stern verziert war.
„Wer bist du?“, fragte Anja erstaunt. „Wie kommst du in mein Zimmer?“
„Deine Traurigkeit hat mich zu dir geführt. Ich bin die Weihnachtsfee und ich will dir helfen. Immer wenn ein Kind so tieftraurig ist wie du, eile ich zu ihm.“
Anja senkte den Blick. „Mir kann keiner helfen. Nicht einmal du. Mich will keiner haben.“
„Hast du denn keinen Wunschbrief an den Weihnachtsmann geschrieben?“
„Doch, natürlich habe ich das. Vielleicht ist der Brief verloren gegangen. Oder den Weihnachtsmann gibt es überhaupt nicht.“
Als die Weihnachtsfee diese Worte hörte, erschrak sie sehr. „So etwas darfst du nicht denken, kleine Anja. Den Weihnachtsmann gibt es wirklich.“
„Aber“, wandte das Mädchen ein, „es ist nun schon das zweite Jahr, dass ich ihm geschrieben habe. Und wieder hat sich mein Wunsch nicht erfüllt.“
„Sei doch nicht so ungeduldig“, sprach die Fee. „Immerhin dauert es noch ein bisschen bis Heiligabend.“ Dann nahm sie Anja bei der Hand. „Komm mit, wir machen eine Reise.“
Kaum hatte die Fee zu Ende gesprochen, da flogen sie auch schon durch die Nacht. Direkt bis zum Weihnachtsmann.
Der war sehr verwundert, als die Weihnachtsfee mit der kleinen Anja vor ihm stand. „Oh, ich habe Besuch bekommen. Was führt euch zu mir?“
Anja schaute ihn mit großen Augen an. Er sah genauso aus wie auf Bildern. Er trug einen roten Mantel, der mit einem schwarzen Gürtel zusammengehalten wurde, dazu hohe schwarze Stiefel. Aber am eindruckvollsten war sein langer, weißer Rauschebart.
„Dich gibt es ja wirklich“, flüsterte Anja.
„Aber natürlich gibt es mich“, lächelte er. „Ich weiß auch, warum du hier bist, kleine Anja. Es geht um deinen lang gehegten Wunsch.“
„Du kennst mich?“, fragte Anja ungläubig.



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Weihnachten
Weihnachtsgeschichten

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-9-8 (Buch)
ISBN 978-3-939937-57-9 (eBook epub-Format)

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Weihnachtsgeschichten Unfrohe Weihnachten

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Eva Markert: Unfrohe Weihnachten

Unfrohe Weihnachten
© Eva Markert

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen Wie wunderhübsch war dieses kleine Dorf! Judith drückte sich die Nase an der Schaufensterscheibe platt. Eine Kirche, schneebedeckte Häuschen unter überzuckerten Tannen, ein Weihnachtsmarkt, sogar richtige Laternchen gab es. Ja, so stellte sie sich Weihnachten vor.
Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn. Heute war der 24. Dezember und die Sonne brannte vom sommerblauen Himmel. Leicht gekleidete Menschen drängten sich in den glühenden Straßen. Auch Judith trug nur ein T-Shirt, eine kurze Hose und Sandalen.
„Komm, wir müssen zurück“, rief ihr Vater. Sie warf noch einen sehnsüchtigen Blick auf das Winterdörfchen und folgte ihm.
Es tat gut, aus dem grellen Sonnenlicht ins Haus zu treten. Mrs Johnson, Ruth und ihre Mutter kamen ihnen entgegen.
„Mrs Johnson möchte wissen, wie dir Sydney gefällt“, dolmetschte Ruth für ihre kleine Schwester.
„Ich komme mir hier vor wie im falschen Film“, brummte Judith. Ihre Mutter warf ihr einen warnenden Blick zu. Was Ruth übersetzte, verstand Judith nicht, aber Mrs Johnson lachte und nickte. Dann gingen die beiden Mütter zurück in die Küche, wo sie das Picknick für den Abend vorbereiteten.
Judith setzte sich zu Mr Johnson, Ruth und Liz ins Wohnzimmer. Im Fernsehen lief eine weihnachtliche Sendung. Jemand sang: „I’m dreaming of a white Christmas”. Was das hieß, wusste sie: Ich träume von weißer Weihnacht. O ja, davon träumte sie auch.
Missbilligend betrachtete sie den Christbaum, den die Johnsons aufgestellt hatten. So etwas Hässliches hatte sie im Leben noch nicht gesehen. Keine echte Tanne, sondern Plastik. Seit dem 15. Dezember stand das Ding schon da, hatte Ruth erzählt. Und nach Weihnachten wurde der Baum einfach auseinander genommen und bis zum nächsten Jahr im Keller verstaut. Eine Kerze suchte man im ganzen Haus vergeblich. „In Australien ist zur Weihnachtszeit Hochsommer“, hatte Ruth erklärt. „Bei 35 Grad im Schatten oder mehr würde das Wachs zu weich.“
Ihre Mutter und Mrs Johnson erschienen im Türrahmen. „Wir sind fertig. Off we go.“
Mit großen Picknickkörben machten sich die beiden Familien auf den Weg.
Liz lächelte Judith an und sagte etwas von einer „Christmas Party“. Judith grinste schief zurück. Ihr war zum Heulen zumute.
Am Strand wimmelte es von Menschen und die meisten trugen Badekleidung. Nicht zu fassen! Weihnachten im Badeanzug! Judith wünschte sich so sehr, in Deutschland zu sein, zu Hause, wo ein echter Weihnachtsbaum im Wohnzimmer stand, wo Kerzen brannten und wo es nach Tanne, heißem Wachs und Zimtplätzchen duftete.
Sie setzte sich etwas abseits, wühlte mit den Zehen im warmen Sand und starrte vor sich hin. Wieso konnten sie nicht alle zusammen zu Hause feiern, so wie sonst? Warum hatte Ruth die blöde Idee gehabt, als Austauschschülerin nach Australien zu gehen? Und wer war auf den idiotischen Einfall gekommen, sie und ihre Gastfamilie ausgerechnet während der Weihnachtsferien zu besuchen?
Plötzlich schreckte sie hoch. Alle kleinen Kinder liefen schreiend zum Wasser. Sie winkten und riefen: „Santa Claus, Santa Claus!“ Ein Mann mit einem langen weißen Bart und weihnachtsroter Badehose schoss auf Wasserskiern heran. Aus einem Sack holte er kleine Geschenke und verteilte sie an die Kinder. Dann fuhr er eilig weiter. Judith schüttelte den Kopf. Komischer Weihnachtsmann! Hier in Australien war anscheinend nichts normal.



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Weihnachten
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-5-0

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Weihnachtsgeschichte Nussknackermann

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Eva Markert: Der grimmige, grausliche Nussknackermann

Der grimmige, grausliche Nussknackermann
© Eva Markert

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen Mareikes und Lisas Nussknacker hatte eine aufgemalte blaue Hose und ein rotes Hemd. Seine Haare waren pechschwarz, genauso wie der Schnauzbart. Von weitem sah er harmlos aus. Aber wenn die Mädchen ihn genau betrachteten, packte sie das kalte Grausen! Der Nussknackermann hatte nämlich ein äußerst grimmiges Gesicht! Die kleinen schwarzen Augen über der gewölbten Hakennase blickten immer zornig. Am grässlichsten aber war der Mund. Wenn man einen Griff am Hinterkopf betätigte, klappte der Unterkiefer herunter und man konnte in den Schlund hineinsehen. Der Nussknackermann hatte riesige, weiße Zähne und damit konnte er so fest zubeißen, dass Nussschalen zersplitterten wie Eierschalen.
Dieser Nussknacker stand fast das ganze Jahr über im Schrank. Nur zu Beginn der Weihnachtszeit holten Mareike und Lisa ihn hervor und stellten ihn auf den Wohnzimmertisch neben eine Schale mit Nüssen.
„Findest du nicht, dass der Nussknackermann richtig grauslich aussieht?“, fragte Mareike eines Tages ihre Schwester.
„Doch“, stimmte Lisa zu. „Wenn ich mir vorstelle, er würde nach meiner Hand schnappen …“ Sie schüttelte sich.
„Die Finger wären ab! Garantiert!“, sagte Mareike. „Und weißt du was? Er sieht so aus, als ob er uns liebend gern in die Hand beißen würde. Ich glaube, er mag uns nicht.“ Kurzerhand drehte sie den Nussknackermann mit dem Gesicht zur Wand.
Der Nussknackermann konnte die Mädchen tatsächlich nicht ausstehen. „Dumme Gören!“, dachte er oft. Und was sie da über ihn sagten, stimmte ihn auch nicht milder.
Überhaupt – wenn Nussknackermänner sich beschweren könnten, er würde gar nicht mehr aufhören damit. Im Schrank langweilte er sich zu Tode und wünschte sich, endlich aus seinem Gefängnis herausgeholt zu werden. Wenn er aber auf dem Tisch stand, störte ihn die Unruhe und er sehnte sich nach seinem stillen Plätzchen im Schrank zurück. Sollte er Nüsse zerbeißen, ärgerte er sich maßlos, weil er immer nur die scharfkantigen Schalen abbekam und nie auch nur einen einzigen Nusskern. Es war dieser ständige Ärger, tagein, tagaus, der ihn mit der Zeit so grimmig und grauslich gemacht hatte.
Eines Nachmittags knackten Mareike und Lisa wieder Nüsse. Die gewaltigen Kiefer des Nussknackermannes klappten wütend auf und zu, während die Mädchen einen Haselnusskern nach dem anderen verputzten.
„Wenn ich es mir genau überlege“, sagte Mareike, „ist es nicht fair, dass der Nussknackermann immer nur die Schalen kriegt, während wir alle Nusskerne wegfuttern.“
Hätten die Mädchen hingeschaut, wäre ihnen aufgefallen, dass dem Nussknackermann vor lauter Erstaunen der Unterkiefer herunterklappte.
„Meinst du wirklich?“ Lisa sah ihre Schwester zweifelnd an.
„Ganz bestimmt würde er auch gern mal eine Nuss essen! Schließlich ist es doch ein ‘Nussknacker’ und kein ‘Schalenknacker’“.
„Dann geben wir ihm einfach mal einen Haselnusskern!“ Lisa legte eine besonders schöne, große Nuss zwischen seine Zähne und ließ ihn zubeißen. Danach nahm sie nur die spitzen Schalenreste aus seinem Rachen und den süßen Kern durfte er behalten.
So etwas war dem Nussknackermann in seinem ganzen langen Nussknackerleben noch nie passiert! Und dieser kräftige Kern – mmm! – er schmeckte einfach köstlich!
Von da an gaben Mareike und Lisa ihm jedes Mal etwas ab, wenn sie Nüsse aßen. Der Nussknackermann dachte nicht mehr „dumme Gören“, wenn sie hereinkamen. Im Gegenteil: Er freute sich, sie zu sehen, und das bisschen Krach, das sie machten, störte ihn nicht im Geringsten. Der Gedanke, bald wieder für viele Monate im Schrank verschwinden zu müssen, machte ihn sehr traurig.
„Kommt es dir auch so vor, als ob der Nussknackermann in letzter Zeit anders aussähe als früher?“, fragte Mareike.



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Weihnachten
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-9809336-5-0

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Weihnachtsgeschichte Linus Flöte

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Nina Ladique: Linus‘ Flöte

Linus‘ Flöte
© Nina Ladique

Linus war erst gestern, einen Tag vor Weihnachten, aus dem Krankenhaus entlassen worden. Seine Mutter hatte ihm ein Kissen- und Deckenlager im Wohnzimmer auf dem Sofa direkt vor dem Christbaum hergerichtet und alle seine Lieblingsspielsachen um ihn herum aufgebaut. Neben ihm saß der heißgeliebte Teddy Bonifazius, dem schon vor langer Zeit ein Ohr abhanden gekommen war. Nun hatte seine Mutter dieses ersetzt durch ein etwas zu groß geratenes Schlappohr, das sie aus einem braunen, ausrangierten Frotteewaschlappen genäht hatte. Das neue Ohr klappte immer wieder um und hing über Bonifazius’ schwarzes Knopfauge und brachte Linus zum Lachen.
Die Mutter hatte sein Lieblingsessen, Rouladen mit grünen Bohnen, gekocht und ihm erlaubt, den ganzen Tag selbstgebackene Weihnachtsplätzchen und Kokosmakronen zu naschen. Das durfte er sonst nie. Es schneite heute wie im Bilderbuch: dicke weiße Schneeflocken schwebten federleicht am Fenster vorbei. Linus saß inmitten der schönen Spielsachen, hatte glühend rote Bäckchen und strahlende Augen. Er freute sich, endlich wieder daheim zu sein. Zu Weihnachten wünschte er sich nur eines: dem Christkind zu begegnen, es zu bitten, ihn wieder gesund zu machen, und wenn es vielleicht noch etwas Zeit übrig hätte, möge es noch seine Haare zurückbringen.
Als ich am Weihnachtsmorgen das Zimmer betrat, bemerkte Linus mich erst nicht. Er hatte Bonifazius auf den Sessel gegenüber gesetzt, den Notenständer aufgestellt und spielte dem Teddy „Stille Nacht, heilige Nacht“ auf seiner silbernen Flöte vor. Linus konnte wundervoll spielen, er hatte das Lied der Heiligen Nacht bereits mit vier Jahren als Erster im Kindergarten flöten können. Zwischendurch, als der Teddy vom Kissen zu rutschen drohte, richtete er ihn und sein Ohr mit einer Hand wieder auf.
Ich klatschte leise, Linus drehte sich zu mir um und Freude malte sich auf sein Gesicht: „Opa! Hast du schon lange zugehört? Ich habe nur geübt.“
Ich zog ihn auf meinen Schoß, dieses Leichtgewicht, und sagte: „Du hast wunderschön gespielt, Linus, wenn das Christkind es gehört hat, dann schaut es dich jetzt an.“
„Meinst du?“

Diese Geschichte ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit Zustimmung des Verlags.


… Die vollständige Geschichte gibt es in dem Buch / eBook
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten Band 3

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-07-4 (Buch)
ISBN 978-3-939937-71-5 (eBook epub-Format)

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Weihnachtsgeschichte Antons Tüte

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Patricia Koelle: Antons Tüte

Antons Tüte
© Patricia Koelle

Schweigend stand der Weihnachtsbaum in der Ecke vom Salon, so groß, als reiche er bis in den Himmel. Anne, das Nesthäkchen, konnte die Spitze kaum erkennen. Ungefähr in der Mitte hing ein Engel aus bemaltem Holz. „Das ist mein Glücksengel“, sagte der Vater immer und lächelte dabei die Mutter an. Der Glücksengel trug in der einen Hand eine Trompete, in der anderen eine Papierfahne, auf der die Jahreszahl stand. „Dann sieht man auf dem Weihnachtsfoto immer gleich, von wann es ist“, sagte Vater. In diesem Jahr konnte Wolfi die Zahl zum ersten Mal selbst entziffern. 1930 stand da.
An den Ästen zwischen den Honigkerzen baumelten kleine Tüten. Sie waren spitz, aus Silberfolie gedreht und oben mit buntem Papier verschlossen. In ihnen verbargen sich Bonbons, Kaffeebohnen aus Zucker und die kleinen runden Kekse, die entstanden, wenn man beim Backen Ringe aus dem Teig stach und die Mitte übrig blieb. Wolfi fand, dass diese Mitte noch viel besser schmeckte als die Ringe. Vielleicht weil sie in den Tüten am Baum hingen und dadurch etwas Weihnachtszauber abbekamen. Nach Heiligabend durfte sich manchmal eine Tüte herunternehmen, wer beim Gesellschaftsspiel gewonnen oder Elsa, dem Hausmädchen geholfen hatte. Elsa brauchte viel Hilfe, denn sie war eigentlich selbst noch ein Kind und war in die Stadt gekommen, weil sie hier ein Zimmer und zu essen bekam. Elsa hatte zuhause so viele Geschwister, dass es dort nicht genug Platz und Essen für alle gab. Wolfi war deswegen besonders nett zu Elsa. Oft schnäuzte sie sich dann gerührt in den Unterrock. „Der Herrgott hat’s aber arg gut mit mir g’meint, dass der mich herbracht hat zu Euch“, meinte sie.
Elsa war an diesem Weihnachtstag natürlich auch mit in die Kirche gekommen. Zur Freude Wolfis und seiner Geschwister hatte es schon vor einer Woche geschneit, und gestern wieder, wie es sich für Heiligabend gehörte. Mächtig kalt war es auch. Der Wind pfiff den Mädchen durch die wollenen Röcke, Unterröcke und die Strümpfe, die oben mit Knöpfen an den Leibchen befestigt waren, damit sie nicht rutschten. Selbst in der Kirche war es so kalt, dass auch die Jungen froren.
Die Kinder freuten sich auf zu Hause, wo sie mit der Eisenbahn spielen konnten und dem Puppenhaus. Anton, Wilhelm und Wolfi hatten eine größere Lokomotive bekommen und Gisela und Anne Wiegen für die Puppen. Anfang des Jahres würde das Christkind alles wieder mitnehmen und erst zum nächsten Weihnachtsfest würden die Kinder die Sachen zurückerhalten. Daher war jede Stunde kostbar, die man damit spielen konnte.
Aber der Vater war der Meinung, zur Körperertüchtigung sei noch ein Spaziergang fällig. „Wir gehen den Umweg über das Schloss“, verkündete er. Niemand traute sich zu widersprechen. Das Schloss mit seinen Türmchen thronte schneeweiß auf dem Berg und sah wunderschön aus, wenn der Himmel blau war und die Wiesen grün. Anne träumte dann von Prinzessinnen und Wolfi von edlen Rössern. Doch bei diesem Wetter und mit nassen Stiefeln war Träumen nicht einfach, außerdem knurrten ihnen die Mägen. Mit schleppenden Schritten schlichen sie hinter dem Vater her. „Na los“, trieb der sie an. „Wer zuerst zu Hause ist, bekommt eine Tüte vom Weihnachtsbaum!“
Schließlich stimmte Mutter „Ihr Kinderlein kommet“ an, und alle sangen mit, obwohl sie in Gedanken schon bei Braten und Knödeln am Tisch saßen. Mitten im Lied brach Anne ab und fragte: „Wo ist Anton?“



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Weihnachten
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte

Hrsg. Ronald Henss
Illustrationen Hilde Bergmann
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-09-8 (Buch)
ISBN 978-3-939937-72-2 (eBook epub-Format)

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Weihnachtsgeschichte Schneestern

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Kindergeschichte – Adventsgeschichte – Christina Frosio: Schneestern
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Schneestern
© Christina Frosio

Die Glocke der katholischen Kirche schlägt leise und weit entfernt fünfmal. Es schneit ungewöhnlich große, feste Flocken. Sie fallen so dicht, dass die klaren Formen sich aufgelöst haben und alles sanfter geworden ist.
Der Schnee liegt fast einen Meter hoch am Straßenrand. Der Busverkehr wurde eingestellt und nur wenige Autos kämpfen sich mühsam durch die weißen Massen.
Es dämmert und die Lichter sind schon eingeschaltet. Versteckt hinter dem Schneegestöber glitzern von überall her festlich geschmückte Weihnachtsbäume. Ein großer Engel steht lächelnd im Schaufenster. In seiner Hand hält er einen Schneestern.
Elly ist auf dem Weg zum Bahnhof. Langsam geht sie durch die verschneite Stadt. Sie hat ihren Kopf in den Nacken gelegt und die Flocken fallen ihr ins Gesicht, bleiben in ihrem Haar und an den Wimpern hängen. Was für zarte, leichte Berührungen! Sie fröstelt, aber es ist ihr nicht unangenehm. Plötzlich streckt sie die Arme aus und macht ein paar vorsichtige Tanzschritte. Der Schnee knirscht so schön unter ihren Stiefeln. Es geht ihr besser. Ganz gewiss. Vielleicht wird doch alles gut.
Der Zug hat die Stadt verlassen und fährt langsam durch die dämmrige Landschaft. Das Licht im Abteil ist grell, die Luft stickig. Alle Plätze sind besetzt und auf der Gepäckablage und am Boden stapeln sich Koffer und Plastiktüten voller Geschenke. Dazwischen liegen feuchte Mäntel, Schals und Mützen. Mitten im Abteil steht ein Blumentopf. Er ist nur notdürftig mit einer Zeitung umwickelt. Es ist ein Weihnachtsstern.
Die Leute sind angespannt. Der Zug hat schon jetzt Verspätung. Elly sitzt eingequetscht zwischen zwei älteren Frauen. Sie hat den Kopf zurückgelegt und die Augen halb geschlossen. Es geht ihr wieder schlechter. Gestern hat sie den ganzen Tag damit verbracht, auf das Gespräch mit dem Arzt zu warten. Was sie hinterher getan hat, weiß sie nur noch bruchstückhaft. Sie wollte Geschenke kaufen, doch als sie Stunden später nach Hause kam, hatte sie keine bei sich.
Der Zug holpert, stockt und steht still. Es knackst im Lautsprecher. Dann folgt eine schwer verständliche Durchsage. Wiederholte Stromausfälle. Schnee und Eis.
Elly hört nicht hin.
Am schlimmsten ist es morgens, kurz nach dem Erwachen. Die Schlaftabletten! Sie hat die aufgerissene Packung neben dem Bett vergessen.
Sie spürt schmerzhaft ihre Blase. Sie kann nicht länger sitzen bleiben. Abrupt steht sie auf und stolpert vorwärts. Fast hätte sie den Weihnachtsstern umgestoßen. In ihren Ohren sirrt ein hoher Ton. Unbeholfen öffnet sie die Schiebetür. Im Durchgang ist die Luft nicht besser.
Die Kabine ist frei. Ein dünner Strahl rinnt aus ihr heraus, warm, endlos, als wolle er nie mehr versiegen.
Es ist in ihrem ganzen Körper, überall. Der Arzt sprach von vier, vielleicht fünf Monaten. Sie hatte absolute Ehrlichkeit gewollt. Aber es war zu viel.
Sie legt den Kopf in die Hände und schließt die Augen. Es ist ein enger, schmutziger Raum und trotzdem wäre sie am liebsten in dieser zusammengekrümmten Stellung sitzen geblieben.
Als sie den Gang entlangwankt, sieht sie den Schaffner kommen. Zum Glück hat sie ihren Geldbeutel und die Fahrkarte bei sich in der Jackentasche. Sie will nicht zurück ins Abteil gehen.
Rastlos drängt sie sich weiter durch die Gänge. Überall stehen Leute. Der Zug fährt wieder, nicht langsam, sondern mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Und trotz des Ratterns der Räder spürt Elly keine Bewegung, zweifelt daran, überhaupt voranzukommen.
Der Arzt hat gesagt, sie solle einfach so weiterleben wie bisher. Als wäre dies eine Möglichkeit. Und doch ist sie unterwegs zu ihren Eltern – über Weihnachten, wie jedes Jahr.



… wie diese Weihnachtsgeschichte weitergeht, erfährst du in der nächsten Folge …

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Der Text ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit Zustimmung des Verlags. Die Geschichte wurde veröffentlicht in dem Buch / eBook
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten Band 3

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-07-4 (Buch)
ISBN 978-3-939937-71-5 (eBook epub-Format)

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Nikolausgeschichte für Kinder 6. Dezember

Eine Adventsgeschichte für Kinder – Geschichte zum 6. Advent – – Nikolausgeschichte – Nikolaustag – Weihnachtsgeschichte

6. Dezember: Nikoläuse gibt es nicht
© Eva Markert

Lenard und Yassin waren gute Freunde. Sie wohnten im selben Haus, gingen in dieselbe Klasse und marschierten jeden Morgen gemeinsam zur Schule.
Heute war Lenard ungewöhnlich still.
„Was ist los mit dir?“, fragte Yassin.
„Ich muss daran denken, was ich in der letzten Zeit angestellt habe.“
„Seit wann machst du dir d a r ü b e r Sorgen?“
„Seit eben. Morgen ist nämlich Nikolaus. Aber wenn der mitbekommen hat, was ich so alles verbrochen habe, bringt er mir womöglich nichts.“
„So ein Quatsch!“, rief Yassin. „Nun sag bloß, du glaubst an Nikoläuse!“
„An Nikoläuse glaube ich nicht. Aber an den Nikolaus!“
„So, so, der Nikolaus mit der roten Mütze und dem weißen Bart!“ Yassin lachte laut.
„Bisher hat er mir jedenfalls immer was in meinen Schuh gesteckt“, sagte Lenard ein bisschen lauter als nötig.
Yassin konnte sich immer noch nicht einkriegen.
Langsam wurde Lenard wütend. „Du bist ja nur neidisch, weil ihr keinen Nikolaus habt!“
Yassin hörte auf zu lachen und überlegte. „Ich hätte tatsächlich nichts dagegen, wenn mir jemand nachts Süßigkeiten vor die Tür legen würde.“
„Wieso kommt der Nikolaus eigentlich nicht zu euch?“
„Weiß ich nicht genau“, antwortete Yassin. „Es hat wohl damit zu tun, dass wir Muslime sind.“
„Das ist ungerecht“, meinte Lenard. „Eigentlich müsste der Nikolaus alle Kinder auf der Welt gleich behandeln.“
Das fand Yassin auch.
„Na ja“, seufzte Lenard, „vielleicht geht es mir ja dieses Jahr genauso wie dir.“
„Aber du warst doch nicht schlimmer als sonst!“
„Stimmt. Aber Mama meinte gestern, ich hätte so einiges auf dem Kerbholz.“
„Wie kommt sie darauf? Das meiste kriegt sie doch gar nicht mit.“
„Na ja, sie weiß zum Beispiel, dass ich etwas schlampig bin und schon mal die Hausaufgaben vergesse, mein Zimmer zu selten aufräume, manchmal nicht tue, was man mir sagt, dass ich neulich ‘Halt den Mund!’ zu Oma gesagt habe …“
„Schon gut, schon gut“, unterbrach ihn Yassin. „Ein Glück, dass der Nikolaus nicht zu uns kommt. Ich brauche mir wenigstens keine Sorgen zu machen, wenn ich ab und zu mal frech bin.“
„Ab und zu ist leicht untertrieben.“
Yassin grinste und boxte Lenard in die Seite.
Aber der hatte heute keine Lust zu raufen.
Beim Mittagessen gingen ihm seine Untaten immer noch durch den Kopf. Er versuchte Mama ein bisschen auszuhorchen. Es kam ihm nämlich so vor, als ob sie einen heißen Draht zum Nikolaus hätte und immer genau über dessen Pläne Bescheid wüsste.
„Meinst du, ich sollte heute Abend einen Gummistiefel oder lieber einen von meinen neuen Turnschuhen rausstellen?“, fragte er.
„Das ist dem Nikolaus sicher egal.“
„Glaubst du denn, er bringt mir was?“
Mama zuckte die Achseln. „Ich weiß nicht. Was denkst du?“

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Weihnachten
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Dr. Ronald Henss Verlag
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Auch als eBook erhältlich
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Mit diesem Buch wird die Adventszeit zu einem besonderen Erlebnis. 24 Kurzgeschichten über Mädchen und Jungen, Eltern, Omas, Engel, den Nikolaus und andere weihnachtliche Gestalten, an denen nicht nur Kinder ihren Spaß haben werden, sondern auch die Erwachsenen, die diese heiteren Geschichten vorlesen.

Kinderkurzgeschichten zur Weihnachtszeit – Kindergeschichten für die Adventszeit – 24 Adventskalendergeschichten – 24 Adventsgeschichten – 24 Weihnachtsgeschichten – 24 Kindergeschichten – Geschichten vom 1. bis zum 24. Dezember – Für jedes Adventskalendertürchen eine Geschichte

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Weihnachtsgeschichte Das Haus der alten Dame

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Kindergeschichte – Adventsgeschichte – Jutta Buettner: Das Haus der alten Dame
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Das Haus der alten Dame
© Jutta Buettner

Julia Buettner
Das Haus der alten Dame

Ich erinnere mich noch genau – gerade so, als wäre es erst gestern gewesen. Es war der 24. Dezember 1998. Ich verließ gegen Mittag meine Wohnung, stieg in mein Auto und fuhr in die Stadt. Ich hatte keine Besorgungen zu erledigen, keine Geschenke einzukaufen, denn ich wohnte allein und meine Angehörigen waren weit verstreut.
Ja, ich weiß, das Wort „Angehörige“ hört sich komisch an, steif und unpersönlich, ich muss jedoch sagen, eine richtige Familie kannte ich nicht – nicht mehr. Meine Mutter war nach Vaters Tod in ein Altersheim gezogen – auf mein und meines Bruders Drängen hin. Mein Bruder lebte seit Jahren im Ausland und ich verspürte wenig Lust, ihn zu besuchen, denn seine ständig wechselnden Bekanntschaften nervten mich.
Die Besuche bei meiner Mutter spulte ich pflichtschuldig ab – ein sich ständig wiederholendes Programm, wie ein Film, den man sich wieder und wieder ansieht. Sie lebte in einer Traumwelt, hatte sich aus dem realen Leben verabschiedet, sprach mit Verstorbenen, meinem Vater und ihrer anderen Tochter, die mit fünf Jahren bei einem tragischen Unfall auf einer Bootsfahrt ertrunken war. Damals war ich noch klein und habe deshalb keine Erinnerung daran. Ich versuchte, die Zusammentreffen mit meiner Mutter auf das Notwendigste zu reduzieren.
Wegen Geschenken fuhr ich also nicht in die Stadt. Weihnachten hatte ich gedanklich abgehakt, für mich war der 24. Dezember ein Tag wie jeder andere. Manchmal nutzte ich die Feiertage für einen Kurztrip in die Sonne oder auch, um Arbeit aus der Kanzlei nachzuholen, die ich aktenweise mit nach Hause schleppte.
Doch an diesem Tag trieb mich eine seltsame Unruhe um, sodass ich die Wohnung verließ, um mich in das vorweihnachtliche Gewühl der Stadt zu stürzen. Wahllos fuhr ich einige Straßen auf und ab, um mich herum das hektische Verkehrschaos, welches einen an manchen Tagen in den Wahnsinn treibt. Ich jedoch hatte keine Eile, und nur der Wunsch, ein wenig in dieser Menschenmasse mitzuschwimmen, einzutauchen in das Gewusel, veranlasste mich, zu parken und auszusteigen.
Es war kalt und es roch nach Schnee. Weiße Weihnachten? Die hatte es hier schon seit Jahren nicht mehr gegeben …
Eine ganze Weile musste ich umhergestreift sein – von Geschäft zu Geschäft, von Schaufenster zu Schaufenster. Ich ließ mich treiben, schieben, ziehen von der Menschenmasse, die geschäftig auf und ab wogte. Welche wichtigen Dinge mochten sie wohl alle noch zu erledigen haben? Eine tiefe Traurigkeit stieg plötzlich in mir auf und drohte mich wie eine große Welle zu überrollen, eine Leere, die ich so vorher noch nie verspürt hatte.
Mit einem Ruck wischte ich mein Selbstmitleid beiseite. Ich fror. Des Umherstreifens müde beschloss ich, nach einem Café Ausschau zu halten. Ohne wählerisch zu sein, trat ich in das erstbeste. Dunst und Rauch schlugen mir entgegen. Der kleine, mit allerlei altmodischen Gegenständen dekorierte Raum hatte seine besten Zeiten wohl schon seit vielen Jahren hinter sich. Verstaubte Kaffeemühlen und gusseiserne Bügeleisen standen auf Borden aufgereiht, und unzählige Pendeluhren tickten an den Wänden, sodass man eher den Eindruck eines Trödelladens bekam. Nichtsdestotrotz war das kleine Café voll besetzt – fast, denn ganz hinten in der Ecke erspähte ich noch einen freien Platz. Ich legte Jacke, Schal und Mütze wohlbedacht auf den letzten freien Stuhl, damit niemand auf die Idee käme, sich zu mir an den Tisch zu setzen.
Ich mochte wohl schon eine ganze Weile so dagesessen sein, als sich eine alte Frau zwischen den engen Tischen und Stühlen ihren Weg bahnte – genau auf mich zu. Sie war mit unzähligen Tüten beladen und hinter sich zog sie eines von diesen karierten Wägelchen, das von Kartons und Tüten überquoll.
Erwartungsvoll lächelte sie mich an. „Ist hier noch frei?“



… wie diese Weihnachtsgeschichte weitergeht, erfährst du in der nächsten Folge …

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Der Text ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigungen jeglicher Art nur mit Zustimmung des Verlags. Die Geschichte wurde veröffentlicht in dem Buch / eBook
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten Band 3

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-07-4 (Buch)
ISBN 978-3-939937-71-5 (eBook epub-Format)

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Patricia Koelle Wie man Schnee macht

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Weiße Weihnacht – Patricia Koelle: Wie man Schnee macht

Wie man Schnee macht
© Patricia Koelle

„Papa, warum regnet es, wo es doch so kalt ist?“ Phia sah missmutig hinaus. Die Pfützen im Garten waren zugefroren, aber was da von dem grauen Himmel fiel, war nicht der Schnee, auf den sie schon so lange wartete. Papa hatte den Kamin angezündet, obwohl es noch hell draußen war. Ihm gefiel das ganze nasse Grau auch nicht. Er setzte sich neben Phia auf das Kuschelsofa. „Keine Ahnung“, brummte er.
„Früher gab es immer Schnee vor Weihnachten!“, behauptete Oma Anne und wischte mit einem Tuch an der Scheibe herum, als ob das helfen würde.
Opa Konrad kam gerade mit einem Teller in der Hand aus der Küche, gefolgt von Phias großem Bruder Christian. „Schaut mal, Kati hat gebacken!“ Er verteilte Zimtbrezeln. „Ich weiß, warum es nicht schneit, obwohl das Thermometer sieben Grad minus zeigt!“
„Warum denn, Opa Konny?“ Phia sah erwartungsvoll zu ihm auf. Sie mochte ihren Opa sehr. Er hatte einen wunderschönen weißen Bart und war so höflich zu ihr, als wäre sie erwachsen. Seine Geschichten waren immer spannend. Leider kam er immer nur an Weihnachten zu Besuch und früher hatte sie sogar mal gedacht, er wäre der Weihnachtsmann. Aber jetzt war sie ja schon sieben und wusste, dass der Weihnachtsmann bestimmt nicht über teures Benzin schimpft.
„Der Himmel ist zu sauber!“, sagte Opa Konny und sah triumphierend in die Runde. „Ich hab’s im Radio gehört. Ihr wisst doch, dass Schneeflocken kleine Kristalle sind, die bei Kälte entstehen. Deshalb sehen sie aus wie wunderschöne kleine Sterne, wenn man ganz genau hinsieht.“
„Ja, und warum kommen dann die Kristalle nun nicht, wo es doch so kalt ist?“
„Die Kristalle können nur wachsen, wenn sie sich an etwas festhalten können. Jede Schneeflocke braucht einen winzig kleinen Kern, ein Staubkorn, damit sie entstehen kann. Tja, und wenn kein Staub im Himmel ist, dann gibt es eben keinen Schnee.“
„Wahrscheinlich hat Kati da oben auch noch staubgewischt“, bemerkte Papa, dem es manchmal auf die Nerven ging, wenn Phias Mama vor Weihnachten die ganze Wohnung blitzblank putzte. Er konnte das Geräusch vom Staubsauger überhaupt nicht leiden.
„Und wie kriegen wir jetzt Staub in den Himmel?“, wollte Phia von Opa Konny wissen. Der wusste doch immer alles.
„Wir könnten in die Stadt ziehen, da ist der Himmel immer schmutzig von den ganzen Autos und Fabriken“, schlug Christian eifrig vor. „Hier auf dem Dorf ist eh nichts los.“
„Ach lass mal, Junge“, sagte Oma Anne schnell, „davon bekommt man bloß Husten und schlechte Laune.“
„Die schlechte Laune haben wir ja schon“, meinte Christian. „Nicht mal Schlitten fahren kann man. Ist doch langweilig hier.“
„Iss eine Zimtbrezel, das hilft“, schmunzelte Mama, die sich mit dampfenden Kakaobechern zu ihnen gesellt hatte. „Kann man da nicht was machen wegen dem Staub und dem Schnee?“
„Wir könnten deinen Staubsauger auf den Mond schießen, vielleicht verliert er unterwegs genug Staub“, schlug Papa vor. Er klang grummelig, aber Phia sah, dass er Mama zuzwinkerte.
Opa Konny räusperte sich und ging zum Fenster. Nachdenklich spähte er in den Regen. Phia setzte sich gerade. Wenn Opa Konny diesen geheimnisvollen Blick bekam, dann wurde es immer interessant. „Doch, da kann man bestimmt was machen“, verkündete er und öffnete das Fenster. Er fuhr mit dem Zeigefinger auf dem Fensterbrett und in den Ecken herum.
„Auf meinen Fensterbrettern liegt kein Staub!“, verkündete Mama stolz.
„Oh doch, zum Glück!“, widersprach Opa Konny und hielt seinen grauen Finger hoch.
„Woher kommt Staub eigentlich?“, wollte Phia wissen.



… wie diese bezaubernde Weihnachtsgeschichte weitergeht und ob es tatsächlich weiße Weihnachten geben wird, erfährst Du demnächst in der Fortsetzung …



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Diese Geschichte wurde veröffentlicht in dem Buch / eBook


Weihnachten
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte

Hrsg. Ronald Henss
Illustrationen Hilde Bergmann
Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-09-8 (Buch)
ISBN 978-3-939937-72-2 (eBook epub-Format)

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Noch ein Tipp:
Hier gibt es die vermutlich umfangreichste Sammlung deutschsprachiger Weihnachtsgeschichten im Internet

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Weihnachtsgeschichte für Kinder Geistchen der Weihnacht

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Kindergeschichte – Adventsgeschichte für Kinder – Sabine Ludwigs: Das Geistchen der Weihnacht
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Das Geistchen der Weihnacht
© Sabine Ludwigs

Es waren nur noch wenige, hektische Tage bis zum Weihnachtsfest.
Im Wald hatte der Förster gut gefüllte Krippen aufgestellt. Die sonst munteren Bäche schlummerten unter silbernem Eis und die Äste der Tannen und Bäume lagen unter einem Tuch aus Schnee. Es fing wieder an zu schneien und dicke Flocken taumelten zur Erde.
Udo Vollmer hatte Feierabend, wanderte durch den knirschenden Schnee und genoss die Stille, als er plötzlich ein Zischen hörte. Unwillkürlich zog er den Kopf ein, als etwas mit wahnsinniger Geschwindigkeit durch die Luft sauste, ihn knapp verfehlte und in einer Schneewehe direkt vor ihm einschlug, fast wie ein Meteorit.
Pulverschnee wurde aufgewirbelt und hüllte Udo ein. Ein paar Vögel flatterten erschrocken aus dem Dickicht und flogen schimpfend davon.
Verwirrt schaute Udo sich um. Im ersten Moment glaubte er, dass jemand einen Schneeball nach ihm geworfen hatte, aber nein, dafür war dieses Etwas viel zu schnell gewesen und zu hart gelandet.
Vorsichtig ging er näher und sah ein Männlein aus einem Einschlagkrater kriechen. Es rappelte sich auf, hustete und klopfte sorgfältig den Schnee von seinem blauen Mantel. Danach strahlte es Udo an. „Hallo!“
Udo sagte nichts. Er starrte das kleine Wesen mit den spitzen Ohren, dem Nektarinengesicht und den himmelblauen Haaren einfach nur an.
„Heute ist dein Glückstag“, plapperte es munter los. Dann warf es sich in die magere Brust. „Denn ich bin ein Wünschwas.“
Udos Augen verengten sich zu argwöhnischen Schlitzen. „Was ist das hier? Ein Spaß mit versteckter Kamera?“
„Kamera? Wieso Kamera?“, fragte der Wicht. „Verstehe ich nicht. Ich bin bloß ein Wünschwas und das bedeutet, dass du einen Wunsch frei hast. Einfach so, weil du mir begegnet bist.“
„Wie im Märchen?“
Das Wünschwas nickte.
„Weshalb?“, wollte Udo misstrauisch wissen.
„Weil das die Regeln sind, an die unsereiner sich zu halten hat: Wenn ein Mensch einem Wünschwas begegnet, hat er einen Wunsch frei.“
„Ganz egal, was ich mir wünsche?“
„Ja, völlig gleichgültig!“ Das Wünschwas hörte sich ein wenig großspurig an.
Jetzt lachte Udo dröhnend. Er wusste genau, wie sein Wunsch lautete. Schon immer hatte er sich gewundert, warum in Sagen und Geschichten nie jemand darauf gekommen war: Er würde sich wünschen, unendlich viele Wünsche frei zu haben!
„Gut, wenn das so ist, dann …“, hob er an.
„Entschuldige bitte!“, blökte das Wünschwas dazwischen. „Natürlich musst du die allgemein geltenden Wunderregeln für Fabelwesen und Sagengestalten, Zauberer, Feen, Hexen, Kobolde, Elfen, Engel und Wünschwasse beachten. Und die besagen, dass du dir nicht unendlich viele Wünsche wünschen kannst. Artikel 1, Absatz 2. Tust du es doch, so vermag ich diesen Wunsch nicht zu erfüllen, denn das übersteigt meine Fähigkeiten. Leider.“ Es räusperte sich verlegen und wich Udos Blick aus. Sodann fegte es den Schnee von einem Baumstumpf und setzte sich.
„Aber sonst geht alles?“, wollte Udo wissen.


… wie diese lustige Weihnachtsgeschichte weitergeht, erfährst du in der nächsten Folge …

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Weihnachten
Weihnachtsgeschichten Band 3

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-07-4 (Buch)
ISBN 978-3-939937-71-5 (eBook epub-Format)

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Weihnachtsgeschichte Sabine Ludwigs Das Weihnachtskarussell

Weihnachten – Advent – Weihnachtsgeschichte – Adventsgeschichte – Sabine Ludwigs: Das Weihnachtskarussell

Weihnachten Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte

Das Weihnachtskarussell
© Sabine Ludwigs


An einem Abend im Dezember schneite es dicke Flocken. Bald war alles mit Schnee überzogen, auch die Holzbuden und die Dächer über den Fahrgeschäften auf dem Weihnachtsmarkt. Es sah gleich ein bisschen mehr nach Weihnachten aus und die Leute freuten sich über das weiße Gewimmel.
Das altertümliche Holzkarussell stand im hintersten Winkel des Weihnachtsmarktes und wurde von einem großen, hell erleuchteten Tannenbaum fast verdeckt.
Die meisten Menschen eilten daran vorbei, ohne einen Blick darauf zu werfen. Sie wollten lieber zu den modernen Fahrgeschäften, den Verkaufsständen und den Essbuden.
Aber das machte dem alten Mann, dem das Karussell gehörte, nichts aus. Das waren nicht die richtigen Leute für sein Karussell! Er wartete auf ganz besondere Fahrgäste. Liebevoll polierte er mit einem weichen Tuch die bemalten Holzfiguren, die auf den runden Boden montiert waren: ein Hirsch, ein Reh, ein großer und ein kleiner Esel, ein Schlitten, der von einem Rentier gezogen wurde, und zwei Kamele. Mehr Figuren gab es nicht, denn es war kein großes Karussell.
„Das ist schön! Wie im Märchen“, sagte plötzlich eine Stimme hinter ihm.
Der alte Mann lächelte. Da standen drei Mädchen, jedes mit einem roten Zuckerapfel in der Hand, und schauten mit strahlenden Augen auf das Karussell.
„Ja, das stimmt“, antwortete er. „Und es ist ganz außergewöhnlich! Allerdings kann immer nur ein Kind damit fahren, wenn es erleben will, was für ein besonderes Karussell das ist. Man braucht schon ein wenig Mut dazu!“
Das Mädchen mit der blauen Jacke trat einen Schritt vor. „Wetten, ich trau mich?“
„Gut, ich glaube dir. Komm, steige auf und staune, junge Dame“, lud der Alte sie ein.
„Aber ich habe nur noch zwanzig Cent. Was kostet es denn?“, fragte das Mädchen.
„So ein Zufall, genau so viel kostet es!“, erwiderte der Mann. „Wenn du dir ein Tier ausgesucht hast, setzt du dich darauf, rufst ‘Mirakel!’, und schon geht es los.“
Aufgeregt gab sie ihm das Geld und setzte sich, ohne zu zögern, auf den Hirsch.
„Halte dich gut fest, Marie“, rief Anna und Lisa winkte ihr zu.
„Mirakel!“, flüsterte Marie.
Hui, schon begann das Karussell sich zu drehen! Die Freundinnen, die bunten Lichter und der Mann sausten nur so an ihr vorbei, immer schneller und schneller. Marie jubelte. Und noch eine Runde!
Plötzlich begann der Hirsch seinen Kopf zu bewegen und sein Geweih zu schütteln. Er schnaubte und galoppierte, mit ihr auf seinem Rücken, hinauf in den Himmel. Schneller und schneller, durch das Schneegestöber, am großen, silbernen Mond vorbei.
Marie hatte keine Angst. Sie hielt sich am Geweih fest und beschaute sich die Welt von oben. Wie winzig alles da unten war! Bald schon konnte sie die Menschen und Häuser nicht mehr erkennen.
„Hüh!“, rief sie. „Nur weiter, lieber Hirsch!“
Und der Hirsch flog durch das Schneegestöber.
Nach einiger Zeit ging es wieder hinunter zur Erde, direkt auf einen Wald zu. Es dauerte nicht lange, und Marie konnte die ersten verschneiten Bäume erkennen.
Der Hirschbock setzte zur Landung an und trabte mit Marie durch den Winterwald.
Wunderbar war es hier! Der Schnee glitzerte im Mondlicht und jemand hatte ein Tannenbäumchen mit Lichtern geschmückt.
Da stand eine Krippe, gefüllt mit Heu und Kastanien, für die Rehe und Hirsche. Der Förster hatte sie aufgestellt und auch für die Hasen Kohlblätter und Möhren unter einen Schneeschutz gelegt.
Die Tiere sahen Marie furchtlos an.
In den Zweigen des Weihnachtsbaumes hingen Futterringe und Grieben für die Vögel, die zwischen den Ästen umherhüpften. Die Füchse kauten auf ein paar Speckseiten herum. Weihnachtsgaben für die Tiere, damit sie ihren Winterhunger stillen konnten. „Wie mich das freut!“, sagte Marie und konnte sich nicht sattsehen.
Sie kamen an einem Feld mit den ansehnlichsten Tannen vorbei. Daneben stand ein Schild mit der Aufschrift: „Weihnachtsbäume!“
„Hier muss Papa morgen unseren Tannenbaum kaufen“, dachte Marie.
Da erhob der Hirsch sich wieder in die Lüfte und brachte sie wie der Wind zurück zum Karussell.
„Und, wie war es?“, wollte Lisa wissen. „Hat es Spaß gemacht?“

… die Fortsetzung dieser bezaubernden Weihnachtsgeschichte gibt es demnächst …

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Die Geschichte wurde veröffentlich in dem Buch / eBook

Weihnachten Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte
Weihnachten
Weihnachtsgeschichten und Weihnachtsgedichte

Hrsg. Ronald Henss
Illustrationen Hilde Bergmann
ISBN 978-3-939937-09-8 (Buch)
ISBN 978-3-939937-72-2 (eBook epub-Format)

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Weihnachtsgeschichte Marie Juillet Die Heimat der Seele

Weihnachten – Advent – Adventsgeschichte – Weihnachtsgeschichte – Marie Juillet: Die Heimat der Seele

Weihnachtsgeschichten Band 2

Die Heimat der Seele
© Marie Juillet


Wie ein dunkler, schwerer Vorhang hatte sich die Nacht über das kleine Dorf Silver Creek ausgebreitet. Hell erleuchtete der Mond das schwarze Himmelszelt und verwandelte das schneebedeckte Tal in eine geheimnisvolle Glitzerlandschaft. Ab und an durchbrach das Geheul eines einsamen Wolfes die nächtliche Stille, während sich die kahlen Baumkronen im kalten Nachtwind hin und her wogen. Die Bewohner von Silver Creek hatten sich bereits vor Stunden in ihre Häuser zurückgezogen und schliefen längst tief und fest.
Doch Jamie konnte nicht schlafen. Wie jede Nacht saß er am Fenster neben dem Herd in der Küche und starrte hinaus in die Dunkelheit. Auch Brian war noch wach und sah hilflos zu seinem Sohn hinüber. Gut sechs Monate war es nun her, dass Jamies Mutter bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen war. Für Brian war in jener Nacht eine Welt zusammengebrochen, doch für Jamie schien die Zeit regelrecht stehen geblieben zu sein. Er konnte einfach nicht begreifen, dass seine Mutter niemals mehr nach Hause kommen würde, und hielt jede Nacht voll unstillbarer Sehnsucht nach ihr Ausschau, während sein Vater ihn aus sicherer Entfernung beobachtete. Nur zu gerne hätte er seinen Sohn herausgeholt aus dieser einsamen Welt, in die er sich immer mehr zurückzog, doch er wusste einfach nicht wie.
Am nächsten Morgen brachte Brian seinen Sohn in die nahegelegene Schule und fuhr dann weiter ins Dorf, um für Jamie ein Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Aber er hatte keine Ahnung, was er seinem Sohn zu Weihnachten schenken sollte. Was konnte das traurige Herz eines kleinen Jungen, der seine Mutter erst vor wenigen Monaten verloren hatte, schon erfreuen? Missmutig stieg er aus dem Wagen und ging hinüber zu dem kleinen Geschäft auf der anderen Seite der Straße.
Bis auf den alten Sam, einen Indianer vom Stamm der Koyukon-Athabasken, war niemand sonst an diesem Morgen unterwegs. Unauffällig lehnte Sam gegen eine Häuserwand unweit des Ladens, so als würde er auf jemanden warten. Brian hatte sein Ziel noch nicht ganz erreicht, als der Indianer ihn plötzlich ansprach. „Hallo, Brian! Wie geht es dir?“
Brian drehte sich schwerfällig um und nickte Sam höflich zu. „Nun ja, so weit ganz gut“, log er und versuchte, dem Blick des alten Mannes auszuweichen.
Sam seufzte leise und schwieg. Er wusste genau, dass Brians Antwort nicht der Wahrheit entsprach, aber das nahm er ihm nicht übel. Vielmehr entsann er sich eines alten indianischen Sprichwortes, das sich ihm nur wieder einmal bestätigt hatte: Stelle einem Weißen eine Frage und er sagt dir, was du hören willst. Stelle einem Indianer eine Frage und er sagt dir, was du wissen willst. Den Blick geradewegs auf Brian gerichtet, setzte der alte Indianer das Gespräch fort. „Und wie geht es Jamie?“
Brian zuckte zusammen und sah betreten zu Boden. Während er selbst gelernt hatte, seine innersten Gefühle vor anderen Menschen zu verbergen und niemals eine Schwäche einzugestehen, war es bei Jamie ganz offensichtlich, wie schlecht es ihm ging. Der einst so fröhliche Junge war nicht mehr wiederzuerkennen. Seit dem schrecklichen Unfall seiner Mutter lebte er in seiner eigenen Welt und sprach kaum noch ein Wort. Nach einer Weile hob Brian den Kopf und antwortete: „Es geht ihm schlecht. Seit dem Tod seiner Mutter sitzt er jede Nacht stundenlang am Fenster und starrt hinaus. Es ist, als ob er immerzu darauf warten würde, dass Kathryn wieder nach Hause kommt. Aber das wird niemals geschehen, und ich weiß nicht, wie ich ihm das begreiflich machen soll. Gerade jetzt, wo bald Weihnachten ist, scheint es für ihn noch viel schlimmer zu sein.“
Der Indianer verstand nur zu gut, wie schwer es Brian fiel, über die wohl schrecklichste Zeit seines Lebens zu reden. Dennoch setzte er behutsam zu einer weiteren Frage an: „Weißt du schon, was ihr am Weihnachtsabend machen werdet?“



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Weihnachten
Weihnachtsgeschichten
Band 2

Dr. Ronald Henss Verlag
ISBN 978-3-939937-03-6 (Buch)
ISBN 978-3-939937-68-5 (eBook epub-Format)

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Adventsgeschichte für Kinder 1. Dezember

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Eine Adventsgeschichte für Kinder – Geschichte zum 1. Advent – Weihnachtsgeschichte

1. Dezember: Das erste Türchen
© Eva Markert

Niemand würde den blonden Henning und seinen dunkelhaarigen Bruder Martin für Geschwister halten. Sie ähnelten sich überhaupt nicht, und auch sonst waren sie ganz verschieden. Martin aß für sein Leben gern Schokolade, um nur ein Beispiel zu nennen, und Henning nicht. Eins hatten sie jedoch gemeinsam: Sie liebten Adventskalender. Natürlich wünschte sich Martin immer einen mit Schokolade und Henning einen mit Bildern.

Deshalb hingen im Kinderzimmer auch dieses Jahr wieder zwei Kalender. Auf beiden war ein Weihnachtsbaum abgebildet, aber der eine war mit Glitzerzeug verziert und der andere nicht.

„Dein Kalender sieht toll aus“, sagte Martin. „Schade, dass es keine Schokoladenkalender mit Glitzerzeug gibt.“

„Selbst schuld. Wenn du nicht so verfressen wärst, hättest du auch so einen.“

„Was kann ich dafür, dass ich gern Schokolade mag?“ Martin sah aus, als würde er gleich wütend werden.

„Ach komm! Ich wollte dich doch bloß ein bisschen veräppeln! Heute dürfen wir das erste Türchen aufmachen. Ich freu mich schon!“

„Ich auch.“

Damit war der Frieden fürs Erste wieder hergestellt.

Am Abend standen sie vor den Kalendern.

„Darf ich anfangen?“ Ungeduldig hüpfte Martin von einem Bein aufs andere.

„Meinetwegen.“

Normalerweise war es ja gar nicht so einfach, die Türchen aufzukriegen. Aber zu Martins Verwunderung ließ sich das erste ganz leicht öffnen.

An dem Bildchen konnte man erkennen, dass dahinter ein Glückspilz gewesen sein musste. Aber die Vertiefung war bis auf einen winzigen Krümel leer.

Martins Augen füllten sich mit Tränen.

„Vielleicht war von Anfang an keine Schokolade drin?“, überlegte sein großer Bruder.

„Glaub ich nicht. Du hast sie geklaut.“

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Du möchtest wissen, wie es weitergeht?
Die Fortsetzung findest Du in der Adventszeit in diesem Blog. Und Du findest sie schon jetzt in diesem Buch / eBook
Eva Markert
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen
Adventskalender zum Lesen und Vorlesen

Mit diesem Buch wird die Adventszeit zu einem besonderen Erlebnis. 24 Kurzgeschichten über Mädchen und Jungen, Eltern, Omas, Engel, den Nikolaus und andere weihnachtliche Gestalten, an denen nicht nur Kinder ihren Spaß haben werden, sondern auch die Erwachsenen, die diese heiteren Geschichten vorlesen.


Kinderkurzgeschichten zur Weihnachtszeit – Kindergeschichten für die Adventszeit – 24 Adventskalendergeschichten – 24 Adventsgeschichten – 24 Weihnachtsgeschichten – 24 Kindergeschichten – Geschichten vom 1. bis zum 24. Dezember – Für jedes Adventskalendertürchen eine Geschichte

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Weihnachtsgeschichte Als Johanna am Christkind zweifelte

Zur Einstimmung auf Weihnachten eine kleine Weihnachtsgeschichte von Patricia Koelle.

Als Johanna am Christkind zweifelte
© Patricia Koelle

Immer wenn sie sich an den Sommer kaum noch erinnern konnte, weil in der ersten Schulstunde noch der Morgenstern am Himmel leuchtete und es fast schon wieder dunkel war, wenn sie nach Hause kam, wartete Johanna sehnsüchtig auf den Strohkugeltag.
Das war der Tag, an dem Onkel Richard kam und sofort mit Johanna ins Kinderzimmer geschickt wurde. Die Eltern und Tante Lina machten dann bedeutungsvoll die Tür hinter ihnen zu, und Vater drohte noch mal mit dem Zeigefinger: „Dass ihr mir ja nicht herauskommt, bevor wir es euch sagen! Ihr wisst ja, was dann passiert!“
Ja, das wusste Johanna. Es war der Tag vor dem ersten Advent, der Tag, an dem das Christkind zum ersten Mal kam. Zum zweiten Mal würde es erst an Weihnachten kommen, aber bis dahin war noch viel Zeit. Heute schmückte das Christkind die Zimmer. Es hängte die bunten und die weißen Lichterketten unter die Decke und befestigte große glänzende Sterne an der Wand. Auch Johannas Adventskalender mit den kleinen bunten Päckchen an Messingringen kam an seinen Platz neben der Tür, und es steckte die Kerzen und Tannenzapfen auf einen dicken Adventskranz, der nach Wald roch. Aber dabei durften nur die Erwachsenen zusehen. Wenn das Christkind von einem Kind gesehen wurde, hatte Vater gemahnt, dann würde es nie wiederkommen. Und das durfte natürlich nicht passieren.
Deshalb blieb Johanna im Kinderzimmer und bastelte Strohkugeln mit Onkel Richard. Der konnte wundervolle Kugeln aus den Strohhalmen zaubern. Er schnitt die Halme mit einer gefährlich scharfen Rasierklinge in ganz schmale Streifen, klebte die Streifen zu Ringen zusammen, und schließlich fügte er die Ringe so zusammen, dass zarte Kugeln entstanden. Jede hatte ein anderes Muster. Wenn diese Kugeln dann später am Weihnachtsbaum hingen, drehten sie sich jedes Mal an ihrem Faden, wenn jemand vorbeiging, weil sie so leicht waren. Sie sahen aus wie kleine Weltkugeln, und im Kerzenlicht warfen sie große Schatten an die Wand.
Johannas Finger waren längst nicht so geschickt wie die von Onkel Richard. Ihre Ringe wurden krumm und die Kugeln schief oder eiförmig, und die Klebe landete auf ihrem Ärmel und auf der Tischplatte und dem Teller mit den Plätzchen, nur nicht da, wo sie hingehörte. Aber Onkel Richard hatte viel Geduld, wahrscheinlich weil er ohnehin nicht aus dem Zimmer sollte. Er war zwar erwachsen, aber er musste ja auf Johanna aufpassen. Also zeigte er ihr kleine Tricks, und jedes Jahr wurden Johannas Strohkugeln ein wenig schöner.
Es dauerte sehr lange, solche Kugeln zu machen, denn man musste die Ringe immer wieder festhalten, bis die Klebe trocken war. Trotzdem hatte Onkel Richard mindestens drei Stück fertig, und Johanna eine, bis das Christkind endlich fertig und wieder fort war. Dann durften Johanna und Onkel Richard in das große Wohnzimmer, wo es auf einmal aussah wie im Märchen.
Dieses Jahr schien es noch länger zu dauern als sonst. Die Plätzchen waren schon alle und Onkel Richard hatte bereits fünf Kugeln fertig. Plötzlich ließ Johanna vor Schreck den Ring fallen, den sie gerade erst zusammengeklebt hatte. Ganz deutlich hatte sie gehört, wie auf der anderen Seite der Tür jemand die Leiter gerückt hatte! Sie kannte das Geräusch, denn Mutter brauchte diese Leiter ja immer zum Fensterputzen und Gardinenaufhängen. Die Gummifüße schrammten auf dem Parkett entlang und die Aluminiumsprossen klapperten. Dieses Geräusch konnte man nicht verwechseln.
Da konnte etwas nicht stimmen.

Die vollständige Geschichte findet sich in dem Buch / eBook
Patricia Koelle
Der Weihnachtswind
Patricia Koelle: Der Weihnachtswind

Weihnachtsgeschichten – Weihnachtskurzgeschichten – Adventsgeschichten – Adventskurzgeschichten für Kinder und Erwachsene

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